Schwarmvorbeuge und Ablegerbildung 04.05.2019

 

 

Jetzt heißt es auf der Hut sein, keine Schwarmstimmung auf kommen lassen, Schwarmvorbeuge und Ablegerbildung, hängt eng zusammen.

 

Je nach Wetterlage im Frühling, beginnt eine steil nach ober verlaufende Entwicklung der Bienenvölker, worüber sich der Imker sehr freut, sobald sich ein Brutnest mit vielen gedeckelten Brutwaben gebildet hat, kann Scharmstimmung aufkommen, diese sollte durch gezielte Maßnahmen rechtzeitig gedämpft werden, denn wenn die Reise gebucht ist, und Koffer gepack sind, ist der Schwarm oft nur durch die„Notbremse“ zu verhindern.

 

 

 

Durch rechtzeitige Entnahme von gedeckelten Brutwaben, mit ansitztenden Ammenbienen zur Ablegerbildung, wird die Schwarmstimmung gedämpft, diese erfolgt im Zuge einer routinemäßigen Durchsicht, wichtig ist dabei, die Ableger von sanftmütigen, schwarmträgen Völkern, mit guter Honigleistung, der Varroadruck im letzten Jahr/Winter ist auch ein Aspekt der beachtet werden muss.

 

Es werden in eine Beute, oder in ein Ablegerkästchen 1-2 gedeckelte Brutwaben mit ansitztenden Bienen eingehängt, natürlich muss auch offene Brut die nicht älter als 5 Tage ist auf de Wabe vorhanden sein, damit eine Königin nachgezogen werden kann.

 

An den Rand wird ein Futterwabe eingehängt, dann die Brutwaben, anschließend eine Mittelwand, oder eine Ausgebaute Wabe.

 

 

 

Der Ableger wird an einem Standort außerhalb des Flugkreises aufgestellt, sinnvoll ist es einen Ablegerstand (Bienenkindergarten) einzurichten.

 

Nach einer Woche wird die Wabe mit der offenen Brut gezogen, und kontrolliert ob eine oder mehrere Königinen nachgezogen werden, ist das der Fall ist alles OK, dabei sind Erschütterungen zu vermeiden, denn die Made hängt oben in der Zelle, durch Erschütterungen kann sie nach unten fallen und somit in der gedeckelten Zelle verhungern.

 

Jetzt wird der Ableger in Ruhe gelassen, durch anheben der Beute wird die Futterversorgung wöchentlich kontrolliert, nachgefüttert wird durch Flüssigfutter, oder durch zuhängen von Futterwaben.

 

Wenn die gedeckelte Brut geschlüpft ist kann eine Milchsäurebehandlung, gegen die Warroamilbe erfolgen.

 

Nach ca. 25 Tagen steht die Kontrolle an, jetzt ist die Königinlängst geschlüpft, die ersten Zellen sind bestiftet, nach einer weiteren Woche ist gedeckelte Brut vorhanden, hier darf es sich nicht um Brohnenbrut handeln, sonst ist bei der Begattung der Königin etwas schief gegangen. Der Ableger wird bis zum Herbst zu einer überwinterungsfähigen Einheit wachsen, es werden Zug um Zug Mittelwände zugehängt, befinden sich zu viele ungenutzte Mittelwände in der Beute, werden diese braun, durch das belaufen der Bienen.

 

 

 

Wer sicher gehen will, dass die Königin nicht aus versehen mit den Brutwaben entnommen wird, kehrt die Bienen ab, setzt über den Honigraum ein leeres Magazin auf, somit über dem Absperrgitter, hängt dort die für den Ableger entnommenen Waben ein, diese sind nach spätestens nach einer halben Stunde mit Ammenbienen besetzt, können somit gefahrlos entnommen werden, in der Zwischenzeit werden andere Völker bearbeitet.

 

 

 

Von Völkern die weniger sanftmütigen, schlechter in der Honigleistung, weniger gut mit der Varroamilbe zurecht kommen, sprich „nicht Nachzucht würdig“ sind, kann ein Sammelbrutableger gebildet werden, hier werden Waben wie oben beschrieben aus unterschiedlichen Wirtschaftsvölkern entnommen, in eine Beute eingehängt, an einen Standort außerhalb des Flugkreises gebracht, nach 7-9 Tagen alle Nachschaffungszellen gebrochen, die so gebildete Einheit kann als Pflegevolk zur Zucht verwendet werden, oder in einzelne Ableger aufgeteilt werden, und mit einer schlupfreifen Weiselzelle bestückt werden, die zugekauft werden kann, oder man bekommt diese von einem Imkerkollegen, der Zucht betreibt.

 

 

 

Die oben genannte „Notbremse“ wird angewandt, wenn bereits gedeckelte Schwarmzellen vorhanden sind, bevor der Schwarm abgeht stellt die Königin die Eiablage ein, das erkennt man auch daran, dass sie schlanker ist, und somit besser fliegen kann!

 

Es werden nacheinander alle Magazine vom Boden abgehoben, zu Seite gestellt, der Honigraum wird auf den verbleibenden Boden gestellt, in die Mitte muss eine offene Brutwabe eingehängt werden, darauf ein Zwischenboden, der unten wie ein Deckel, oben wie ein Boden ausgeführt ist, wer so etwas nicht hat, kann einen normalen Deckel, darauf eine Blechhaube, darauf einen Boden stellen, wieder darauf den Brutraum aufsetzten, somit fliegen alle Flugbienen aus dem oben aufgesetzten Brutraum zu einem Sammelflug aus, kehren aber wie gewohnt nach der Rückkunft unten ein, somit sind die Flugbienen von der Brut und der Königin getrennt, jetzt ist kein schwärmen mehr möglich.

 

Wichtig ist, dass der ursprüngliche Boden unten stehen bleibt, so dass die rückkehrenden Flugbienen nicht irritiert werden, am Flugloch den gewohnten Geruch und Umgebung antreffen. Nach spätestens 9 Tagen werden die auf der Brutwabe entstandenen Nachschaffungszellen gebrochen, das Volk wieder in seine ursprüngliche Formation zurückgebaut, der Schwarmtrieb ist somit erloschen.

 

 

 

Der Schwarmtrieb wird auch gedämpft, durch die Entnahme von Pollenwaben/Pollenbretter, die dem Ableger zugegeben werden.

 

Durch Wegnahme einer Pollenwabe wird im Wirtschaftsvolk kein Pollenmangel entstehen, denn jetzt bietet die Natur jeden Menge Pollen.

 

 

 

Eine gute Maßnahme den Schwarmdruck zu nehmen, ist auch das einhängen einer Mittelwand in den Randbereich des Brutnestes, diese ist nach einer Woche ausgebaut und auch bestiftet, diese Wabe wird dann in die Mitte des Honigraums gehängt, dadurch werden Ammenbienen aus dem Brutraum nach oben gezogen, wichtig ist, diese Wabe nach einer Woche zu kontrolieren, denn manchmal werden hier Nachschaffungszellen angelegt, die gebrochen werden müssen, diese Maßnahme ist nur bei Betriebsweisen möglich, mit gleichem Wabenmaß in Honig und Brutraum.

 

Anerkannte Bienenwissenschaftler bewerten es als völlig unbedenklich, eine einmal bebrütete Wabe für die Honiggewinnung zu verwenden, Wabenhygiene.

 

 

 

Auf der Internetseite der LWG Veitshöchheim, stehen nahezu unerschöpflich viele Tipp`s zu Bienenhaltung zur Verfügung, diese sind oft auch mit Skizzen sehr anschaulich beschrieben.